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Tailbaits, ultimative Hechtköder - Seite 2 Drucken E-Mail
Geschrieben von: Uli Beyer   

2. Abu Svartzonker Big McMy (Körperlänge ca. 13 cm, Gesamtlänge ca. 26 cm, Gewicht ca. 85 Gramm)

Der große McMy von Svartzonker ist Ulis LieblingsköderBig McMy von ABU-Svartzonker

Der McMy Tail ist vom Gewicht und von der Größe mit einem gängigen Jerkbait vergleichbar. Das „kleine Extra“ ist wie bei allen Tailbaits der lange Gummischwanz, der mit seiner schlanken Form dem Wasserwiederstand und damit optimal auf den Lauf des Köders abgestimmt ist. Mit 85  Gramm sollte die Angelrute etwas kräftiger gewählt werden. Falls vorhanden, können sie den Köder mit einer Jerkrute + Multirolle oder auch mit langer Spinnrute fischen (ich fische hierfür sehr gern die Greys Prowla  Specialist II Lure 9' 40-80g, 2.74 m lang, WG 40-80g), kann aber auch eine herkömmliche Spinnrute wie zum kräftigen Fischen mit dem Gummifisch sein. Dieser Köder ist mein Jahresgewinner 2014, hat er mir doch weit über ein dutzend toller Meterhechte beschert und auch in schwierigsten Situationen den Tag gerettet. Beim Guiding hatte ich immer einige Extra-Köder dabei und auch meine Gäste waren mit dem Big McMy sofort erfolgreich. Die Präsentation war also wirklich nicht schwierig, ähnlich dem kleinen Bruder der McMy-Familie. Da dieser Köder etwas stärker sinkt, kann man ihn tiefer fischen. Auch bis zu ca. 2 Metern Angeltiefe sind möglich, wenn man bewusst Sinkphasen zulässt und den Köder recht langsam fischt. Sie werden staunen, wie vehement die Bisse teilweise erfolgen. Ein Nachteil dieser Köder ist das komplette Inhalieren dieser Köder. Auch Zander haben meinen Big McMy wiederholt wild attackiert und den Köder voll genommen. Wer Fische nach dem Fang releasen möchte, sollte immer eine lange Lösezange zur Hand haben! Die Präsentation kann sowohl mit einem steifen Titan-Vorfach, als auch mit einem flexibleren, mehrfädigen Stahlmaterial erfolgen. Die Länge des Vorfachs sollte wegen der tief hängenden Köder mindestens 40 cm betragen!

Die Gummischwänze leiden bei Hechtbissen...

Ein wichtiger Hinweis: Teils kommt es schon nach einigen Bissen vor, dass der Gummischwanz stark zerbissen ist. Da ich nur wenige Köder ohne Ersatzschwänze zur Verfügung hatte, war Improvisation nötig, um weiter erfolgreich angeln zu können. Dabei habe ich Twisterschwänze so zerschnitten, dass sie den gleichen Wasserwiderstand wie der ursprüngliche Originalschwanz hatten. Ideal für diesen Köder war ein mitttig durch die Löcher geschnittener  Sandra-Twisterschwanz (12 cm Originallänge), den ich zu eine Art Doppelschwanz umfunktionierte. Ein kurzes Stück des Körpers diente zur Befestigung am Hardbait. Neuerdings gibt es aber auch die Originalschwänze zum Nachkaufen. Viele Ersatzschwänze sind untereinander austauschbar und erzeugen so neben einem breiten Farbspektrum auch unterschiedliche LaufmusterUnbedingt mitnehmen, damit man nicht ausgebremst wird, wenn die Köder so richtig gut fangen!

3. Neuer Köder: Hybrida Viper Jerk (Körperlänge ca. 13,5 cm, Gesamtlänge ca. 26 cm, Gewicht ca. 100 Gramm)

Der neue Hybrida-Tailbait - die Großhecht-Maschine!

Ich freue mich sehr, dass ich gleich einen der ersten Prototypen aus Gregor Babiarz Köderschmiede von Hybrida bekommen habe. Diese Köder durchliefen immer wieder Optimierungstests und gehören inzwischen zu den Top-Lures für Kapitale! Erst im Laufe dieses Frühjahres 2015 sind diese absolut neuen Tailbaits auf dem Markt erschienen. Schon der erste Anblick dieses „Made in Germany-Köders“ schaffte großes Vertrauen und man kann merken, dass der Entwickler des Köders sich viele Gedanken gemacht hat. Die Köderschmiede im Schwarzwald hat ganze Arbeit geleistet. Es ist ein sehr ordentlicher Happen für dicke Hechte. Dieser Köder stellt nicht nur einen richtigen „Happen“ dar, sondern besitzt auch den nötigen Tiefgang, um an die gewichten Hechtdamen heranzukommen und ihn auch tiefer präsentieren zu können. Mit einer kräftigen Jerk- oder Spinnrute gejerkt kann man diesen Köder auch mit regelmäßigen Zupfern in Tiefen bis ca. 2,5 Meter verführerisch im Zick-Zack-Kurs laufen lassen. Da ich bei Jerkruten längere Handteile für eine gute Wurfweite und ordentliche Kraftübertragung liebe, fische ich hier bevorzugt die  6'6 Prowla Platinum Power Jerk, Länge 1.98 m mit einem Wg bis ca. 140g mit einer Abu-Multirolle und kräftiger, geflochtener 0,30 er Leine. Wegen des recht hohen Ködergewichtes würde ich für diesen Köder ein steifes Titan (min. 40 lbs)- oder kräftigeres Stahlvorfach (min. 12 kg) empfehlen.

Jerkpausen lassen diesen Köder weiter absinken und noch tiefer präsentieren, was wahrscheinlich sogar später in der Saison noch gute Erfolge auf besonders große Hechte bringen wird. Gregor Babiarz hat anders als die meisten Köderhersteller im Schwanzbereich aufwändig einen großen Einzelhaken angebracht. Somit sind Verdreher des Gummischwanzes nahezu ausgeschlossen und die Konstruktion erhöht den Wirkungsgrad dieses Köders.

Ausgiebig getestet: Zam Z 21 jerktail

Zalt-Tailbaits der 2. Generation

Nachdem ich seit einigen Jahren aus dem Hause Zalt nichts mehr gehört hatte, meldete sich Ende 2014 Peter af Rolen wieder bei mir: „Ich habe eine sensationelle Neuheit, die Du unbedingt testen musst!“ Natürlich war ich neugierig und überrascht, als ich dann von Peter aus Schweden einen allerersten Prototypen des neuen „Zam Z 21 Jerktail“ erhielt. Die erste Generation Tailbaits aus dem Hause Zalt hatte mich (und viele andere Angler auch) nicht sonderlich überzeugt. Deren Lauf war eher unspektakulär und glich eher einem Twisterschwanz, den man im Freiwasser präsentierte. Trotzdem beteuerte Peter, dass bereits darauf dutzende 10 kg+-Hechte gefangen wurden, was nur für Tailbaits an sich spricht! Wahrscheinlich waren dies insbesondere Fänge im kühlen Wasser, denn inzwischen habe ich eine wichtige Feststellung gemacht: Starke Seitenbewegungen "à la Glider" mögen die starken Hechtdamen nicht im kühlen Wasser. Dann ist ein eher langweiliger Geradeauslauf ohne viel Ausbrechen besser!

Ein Tailbait der 1. Generation von Zalt hatte mich nicht überzeugt

Entsprechend groß war dann auch meine Skepsis, als ein neuer Köder aus dem Hause Zalt bei mir eintraf: Peter hatte mir nicht zu viel versprochen, denn sein Tailbait gehört eindeutig zu den extrem gut laufenden Ködern der 2. Generation! Er KANN, wenn man ihn etwas aggressiver präsentiert, weit ausbrechen und Loopings schlagen. Wer ihn nur vorsichtig zupft, behält den ruhigen Kühlwasser-Jerk. Ähnlich wie beim Zalt kann man mit leichten Jerks und Zupfern den Köder sehr leicht zu einem sehr verführerischen Lauf nach links und rechts animieren. Wie bei den Svartzonker-Ködern gibt es hier eine gewisse „Unregelmäßigkeit“ im Lauf, die meiner Erfahrung nach gerade größere Raubfische äußerst  lieben. Etwas stärker geschlagen springt der Köder sehr aufreizend hin- und her, auf und ab. Sogar starke Drehbewegungen des Köders sind wie beim Zalt (ohne Gummischwanz) selbst unter Wasser möglich, wenn man die Animation versteht. Zwar durfte ich diesen Prototypen noch nicht „richtig fischen“ (es gibt momentan nur einen Köder in Europa!), aber ich bin sicher, dass es ein „großer Köder“ wird! Mir gefällt dieser Köder deutlich besser als die Zalt-/Zam-Tailbaits erster Generation und ich bin sicher, dass auch dieser Köder einige Schlagzeilen liefern wird!